Mitarbeiterschulung November 18 - Vol.3

Bei der dritten Schulung wurde zum ersten Mal ein Beamer für die Präsentationen eingesetzt. Susanne Schanz eröffnete den fachlichen Teil mit einer kleinen Zusammenfassung der jüngsten personellen Entwicklungen bei Gourmetbox und stellte die neuen Gesichter vor. Während Melanie Sahli noch in den Ferien weilte, konnten Karin Spöttl und Veronika Estermann bereits je einen Schulungsblock leiten und keiner hätte für möglich gehalten, dass die beiden erst wenige Wochen bei Gourmetbox arbeiten.

Das Schulungsprogramm

Zusammenfassung der personellen Entwicklungen seit Mai 2018

Die vergangenen Monate waren geprägt von personellen Turbulenzen, welche sich unangekündigt und aus verschiedenen Gründen ergeben haben. Neben Natalie Mortensens Schwangerschaft hat Luc Beyeler auf Ende August gekündigt und die Schweiz in Richtung Südafrika verlassen. Obwohl er für seinen Abgang vor allem persönliche Gründe anführte, stürzte uns dieser Verlust auf Ende August natürlich in einen personellen Engpass. Als dann Anfang September auch noch André die Stelle kündigte, weil ihm ein gutes Angebot ausserhalb der Gastronomie angetragen worden war, musste die Geschäftsleitung schnell reagieren und sofort Leute einstellen. Die Rekrutierung erfolgte in einem gekröpften Schnellverfahren und neben Veronika Estermann, welche bereits als Praktikantin am Start war, konnten Karin Spöttl und Melanie Sahli bereits am ersten Oktober ihre Stelle antreten. Ende Oktober verliess uns dann André nach über dreieinhalb Jahren bei Gourmetbox und Aline Moser kündigte ihre Stelle ebenfalls per Ende November. Trotz dieser vielen Zu- und Abgänge ist die Stimmung im Team sehr gut und wir schauen mit dem komplett neuen Event-Team zuversichtlich in die Zukunft.

Die Gourmetbox GmbH, eine Firma auf die jeder Stolz sein darf

Die Firma wurde von Susanne und Martin Schanz gegründet und wird immer noch durch die beiden Lebensmittel-Ingenieure ETH geleitet. Das Herzstück bildete schon immer die Küche, in welcher täglich herrliche Produkte kreiert und produziert werden. Ein ganz wichtiger Grundpfeiler dieser Küche ist die Vorgabe, dass wir keine Fertigprodukte verwenden - NIEMALS, auch unter dem grössten Zeitdruck nicht. Die Versuchung wäre so gross, denn die industriell gefertigten Produkte sind nicht nur sehr günstig, sondern sie können mit wenig Aufwand etwas verfeinert werden, so dass 95% der Kunden das nie herausfinden würden. Der Druck auf die Margen ist zudem enorm, denn es gibt Caterer wie Sand am Meer und entsprechend muss man hart am Markt offerieren, um Aufträge reinzuholen. Obwohl die Umstände nicht einfach sind, setzen wir diesen Grundsatz um und in unserer Rezeptdatenbank gibt es hunderte von Rezepten, die wir ständig optimieren.
Der zweite wichtige Eckpfeiler ist das Personal. Hier gelten wichtige Regeln im persönlichen Umgang miteinander. Respekt und Toleranz bedeuten in diesem Zusammenhang, dass wir jedem Mitarbeiter unabhängig von seiner Stellung im Betrieb, seiner Herkunft, seinem Geschlecht oder seiner politischen Gesinnung mit Wohlwollen begegnen, ihn ernst nehmen und die Gespräche auf Augenhöhe führen. Natürlich gilt das auf für alle freien Mitarbeiter.
Ein dritter Grundpfeiler ist die minutiöse, professionelle Planung und das Prinzip, dass man einen Schritt im Voraus sein möchte. Es gibt ja eigentlich keinen Stress, sondern nur ungenügende Planung. Dieser Grundsatz hilft uns jedoch, brenzlige Situationen und Frustration so weit als möglich zu reduzieren.

Referat von Andreas Gehrig zum Thema: Einblicke in die Gourmetküche

Andreas definierte als Erstes drei existenzielle Grundwerte unserer Küche: Frische, Regionalität und Saisonalität. Was recht unaufgeregt klingt hat doch einen riesigen Einfluss auf unsere Angebote, denn oft liegen zwischen dem Verkauf einer Hochzeit und der Durchführung mehrere Monate. Man muss sich also mit den Jahreszeiten beschäftigen und wissen, wann welche Produkte in der Schweiz verfügbar sind. Weil die Lieferanten heute ja alles immer liefern können, ist das gar nicht so einfach. Aus diesem Grund verwendet man Saisontabellen, auf denen man nachschauen kann, was zu welcher Zeit wächst. Wir müssen also unsere Küche sehr vorausschauend planen und mit unseren Lieferanten in einem regen Austausch stehen. Lokal kochen und regional geniessen ist ein sehr erfreulicher Trend, dem wir sehr gerne Rechnung tragen. Die Produkte aus heimischer Scholle haben auch oft eine interessante Geschichte. So ist die Fischzucht in Rubigen viel fassbarer und sympathischer, als wenn wir die Forellen aus Litauen einkaufen würden. Auch Kaviar aus Frutigen wurde schon verwendet und die Würste von Richu Balsiger aus Blumenstein sind einfach viel besser als alles, was man im Grossverteiler bekommt. Mit der Regionalität stärken wir die kleinen Wirtschaftskreisläufe und erhalten die Arbeitsplätze in der Umgebung. Die Qualitätskontrolle lässt sich auch viel einfacher umsetzen, da alle hier nach den gleichen Standards arbeiten müssen. Nicht zuletzt konnten wir in den letzten Jahren sehr gute Lieferanten aufbauen, welche uns mit dem Besten versorgen, was es in der Region gibt. Oft liegt im begrenzten Angebot auch ein Haupttreiber für die Kreativität. Wir sind jedenfalls sehr stolz auf diese Ausrichtung und kultivieren diesen Ansatz wo immer möglich.

Referat von Karin Spöttl zum Thema: Jeder Event ist ein Projekt!

Ein Projekt ist ein zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, dass aus einem Satz von uns abgestimmten und steuerten Tätigkeiten (Etappen/Bausteine) mit einem Anfangs- und Endtermin besteht. Wir definieren: Initiation --> Konzeption --> Planung --> Durchführung --> Abschluss. Wenn wir das in die Praxis umsetzen bedeutet das für uns: den Kunden begeistern --> Chouchouter le client / la cliente --> PROaktiv, PROfesionell, PROduktiv (PRO-PRO-PRO-Phase) --> Nume nid juflä in der Umsetzung --> Savasana, Reflexionsphase (aus Fehlern lernen). Für die kommenden Monate wird sich die Eventorganisation vermehrt mit dem Kundenprozess befassen. Wie betreuen wir unsere Kunden von der Akquise bis zum Debriefing. Diese Fragen sind von grösster Wichtigkeit und entsprechend werden wir in diesem Thema noch einige Dinge umkrempeln müssen. Hinter den Kulissen arbeiten wir an den Prozessen und wir versuchen, die Schwachstellen mit der Zeit auszumerzen.

Referat von Veronika Estermann: Charme und Stil.

Charme ist die Kunst, als Antwort ein Ja zu bekommen, ohne etwas gefragt zu haben. Mit diesem Zitat von Albert Camus eröffnete Veronika ihr Referat. Wir sind ein charmantes und stilvolles Catering und tun auch etwas dafür: einheitlicher Auftritt, durchdachte Konzepte und eine gelungene Kommunikation sind hier die wichtigsten Grundelemente. Wir begegnen den Kunden mit Respekt und dem höflichen Abstand, den es braucht. Körperkontakt ist zu vermeiden. Wir gehen auf die Kunden zu und fragen proaktiv: Haben Sie das Essen genossen? Wie war das Essen? Es ist sicher auch wichtig, dass der Frager bei einer Kritik richtig reagieren kann. So sollte man sicher nie etwas abstreiten oder mit dem Kunden einen Schlagabtausch beginnen. Besser ist es, die Situation zu deeskalieren und sich an den Anlassleiter zu wenden. Man sollte keine Versprechungen machen, wie der Fall gelöst wird, sondern die Kritik aufnehmen. Falls auch der Anlassleiter mit der Situation nicht zurecht kommt sind Susanne und Martin Schanz immer über die Hotline erreichbar.

Workshops

Der praktische Teil stiess auf grösstes Interesse und wurde sehr geschätzt. So wurde in alternierenden Gruppen die Funktionsweise des Marroni-Ofens, der Heizpilze und eines Heissgetränkeautomaten demonstriert. Eine weitere Station war das Getränkebuffet, dessen Aufbau wir ebenfalls 1:1 geschult haben. Die dritte Station war der Abbau und das Handling eines Spann-Sets, wie man Kabelrollen und Abräumstationen organisieren und rückbauen kann. Top Events hat freundlicherweise das gesamte Material gesponsert für die Schulung.

Gemütlicher Teil

Mit einem herrlichen Fondue der Käserei Baumann und den fantastischen Weinen von Albert Mathier liessen wir diesen Herbstabend ausklingen. Das Weingut Mathier gehört seit den Anfängen von Gourmetbox zu unseren treuen Lieferanten und hat auch hier einige Flaschen gesponsert, wofür wir natürlich sehr dankbar sind. Selbstverständlich wurde auch über die Weine gesprochen und es ist viel einfacher über etwas zu fachsimpeln, wenn man es selbst gekostet hat.

Kommentare

Neuen Kommentar schreiben

Regula meint:
"Liebes Gourmetbox-Team Wunderbar blüht sie die Orchidee und ist an lebendige Erinnerungen mit der Schulung geknüpft! Danke vielmals! 1. Was hat dir speziell gefallen, was hast du weniger interessant gefunden? Ich war sehr froh um alle technischen Hinweise wie Marroniofen bedienen, Gaspilz heizen, Palett zuschnüren... Informationen zu den Lebensmitteln fand ich auch sehr interessant. 2. Was wünschst du dir für die nächste Schulung (inhaltlich)? Vorstellen von neuen Geräten, die an Anlässen eingesetzt werden, wie gehabt... Kleine Weinkunde. 3. Was, wer oder wie können wir dazu beitragen, dass deine Motivation, für die Gourmetbox zu arbeiten, hoch bleibt? (Anlässe, Schulung, etc.) Ich finde, dass kompetente Anlassleitungen sehr wichtig sind, damit die effektive Arbeit Freude macht. Liebe Grüsse und bis bald! Regula"
Viviane meint:
"Liebes Gourmetbox Team, Hier noch meine Rückmeldung für die Mitarbeiterschulung von vorletzter Woche: 1.) Guter Aufbau der Schulung - insbesondere dass es nicht nur Vorträge sondern auch Workshops gab (interaktiv) fand ich sehr gut. 2.) Für die nächste Schulung fände ich es interessant einige Praxisbeispiele, sowie andere spezielle Situationen mit Gästen zu besprechen (Wie würde Ihr reagieren, wenn Gast XY diese Spezialwünsche hat..). Auch gut fände ich persönlich eine kurze Anleitung zum Aufdecken & Servietten falten 3.) Arbeite noch nicht lange bei Gourmetbox aber grundsätzlich habe ich keine Verbesserungsvorschläge, finde es immer sehr schön geplante Anlässe. Liebe Grüsse, Viviane "